relax, there´s only a ghost
5. Mai 2009

The Charge Of A Light Brigade 2
Ich muss zugeben, ich bin ein Dirk-von-Lowtzow-Fan. Für mich gibt es keinen größeren Poser als ihn, keinen der die großen Gesten des Rock, die der politischen Gegenkultur und die des Künstlertums besser in sich vereint als er.
Jedes Mal, wenn ich ihn sehe (so geschehen im Videostream auf fm4.orf) bleibt die Frage: Nimmt er sich ernst? Wenn er mit dem neuen Album von Phantom/Ghost das Scheitern der eigenen Gesten reflektiert, inwieweit ist das auf seine Rolle bei der Rockband Tocotronic bezogen? Eine Rockband muss schließlich große Gesten ausführen, den Bogen ein bisschen überspannen.
Was ist das jetzt genau, Herr Lowtzow, was Sie da veranstalten? Bewusster oder unbewusster Camp?
Ich glaube, er ist sich als Sänger der Posen bewusst, braucht sie aber auf der Bühne, braucht sie um sich wohl zu fühlen. So gesehen ist es eine Mischung: bewusster Camp, weil er den Bogen überspannt, zu viel will, zu viel agiert. Aber gleichzeitig auch die Reinform des Camp, weil er, auf der Bühne immer auch ein Stück von sich selbst freigibt. Beim Singen ist er er selbst, Singen ist ein Ausdruck des tiefsten Inneren einer Person. Da kann noch so viel Gestik, so viel Maskerade die Person (im Übrigen: persona=Maske) verdecken, Stimme und Ausdruck kann nicht vollständig manipuliert werden. Und so ist Dirk von Lutzow zwar Sänger zweier Bands, er wird auch in zwei unterschiedliche Sänger-Rollen schlüpfen, und trotzdem bleibt es immer seine Stimme, die an das Ohr des Hörers dringt. Etwas, was er variieren, aber nicht leugnen kann. Und so ist das Gerede über die bewusste Zurschaustellung des Dilettantismus ein Ablenkungsmanöver dafür, dass ein Rockstar nicht anders kann.
want to be someone else
28. April 2009
Ich habe mir ein paar Gedanken zum Thema Blog und Internetkommunikation im Allgemeinen gemacht. Dabei bin ich kein Experte und froh über jede gegenteilige Meinung. Also immer her damit.
Aber jetzt erstmal zu meinen Überlegungen:
Zunächst einmal zum Internet: Das Internet bietet für viele die einmalige Chance, sich eine neue Identität zu schaffen. Sowohl in Rollenspielen als auch in Chatroomen treffen Identitäten aufeinander, die es so in der realen Welt nicht gibt. Die Anonymität und Möglichkeit mit einem neuen Namen das reale Ich draußen zu lassen, führt dazu, dass die virtuellen Akteuere meist Wunschbilder realer Personen sind, die in der Außenwelt nicht ausgelebt werden können. Im Internet tummeln sich also all die perfekten Identitäten, Superhelden und coolen Typen – projizierte Wunschbilder unperfekter Menschen.
Und nun zum Blog: Wikipedia sagt dazu: Ein Blog oder auch Weblog, Wortkreuzung aus engl. World Wide Web und Log für Logbuch, ist ein auf einer Website geführtes und damit – meist öffentlich – einsehbares Tagebuch oder Journal.
Ein Blog ist das Tagebuch einer neuen Generation. Eine Generation, die ihre Gedanken, Gefühle, ihr Befinden einer Öffentlichkeit zugänglich machen will. Das Schreiben dient nicht der Reflektion seiner Selbst sondern dem Mitteilen einer anonymen Öffentlichkeit, die nicht überschaut werden kann. broadcast yourself!
Wenn man broadcast im Wörterbuch nachschlägt, stehen dort Wörter wie ausposauenen, austrompeten, senden und schnell wird klar, dass ein Blogger Aufmerksamkeit sucht, ja geradezu danach schreit.
Wenn man sich dich Definition von Tagebuch anschaut, weiß man dass ein Tagebuch ein sehr persönliches, zur Selbstvergewisserung aber selten zur Veröffentlichung gedachtes Dokument ist.
Und jetzt kommen wir zum Paradox des Blogs: Denn wie viele Blogger benutzen ihren Namen, wie viele richten sich eine andere Identität ein, aus deren Perspektive sie ihren Blog schreiben? Wie viel eines Blogs ist persönlich, wie viel real, wie viel Wunschdenken und virtuell? Wie viel Wahrheit steckt hinter den Texten. Und wie viel einer Person steht hinter dem Schreibenden?
Und wenn die letzte Frage mit 100% beantwortet wird, warum verwenden fast alle Blogger Benutzernamen, die nicht mit den Namen übereinstimmen, die in ihren Geburtsurkunden eingetragen sind?
berlin calling
18. April 2009
Findet ihr unter sehen.
the next morning
12. April 2009
Veröffentlicht unter sehen.
different trains
11. April 2009
… und schon habe ich das erste erwähnenswerte Stückchen Papier in meiner Tasche gefunden. Veröffentlicht unter gefunden .
Fieber
10. April 2009
Nun hat es mich auch erwischt: Ich bin im Blog-Fieber. Nur muss der noch bearbeitet werden, bevor er vorzeigbar ist. Denn das ist er so auf keinen Fall. Also werd ich mich in den nächsten Tagen an die Arbeit machen und dann werdet ihr schon bald Neues von mir hören. Bis dahin so tun, als ob nicht passiert wäre.